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Flüchtlingslager – Die entscheidende Gesprächsrunde

Autor: JonasBecker | Datum: 14 Mai 2014, 09:39 | 0 Kommentare

Ein Dialog zwischen verschiedenen Parteien, bei dem ich zuhören durfte, hat die Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Heimat ermöglicht. Am 2. Mai haben sich die Indigenen auf den Nachhauseweg gemacht.

Ihr Nachhauseweg bestand aus einer mehrstündigen Busfahrt und einem langen Fußweg. Der Fußweg hat zwischen sechs und zehn Stunden gedauert, ich habe viele Leute gefragt, wie viele Stunden sie denn gelaufen wären und fast immer verschiedene Antworten gehört.

Teilnehmer am Dialog waren verschiedene Führer aus dem Stamm, Repräsentanten des Militärs, die Bürgermeister von Davao und Talaingod und verschiedene NGOs. Auch meine Gastkirche war durch einige Pastoren vertreten.

Die Gesprächsrunde bestand unter anderem aus einem Vortrag eines Pastors meiner Gastkirche über die Situation in Talaingod und die Hintergründe des Flüchtlingslagers. Auch die Indigenen selbst haben von ihren Erlebnissen und der Bedrohung durch das Militär berichtet. Ein Repräsentant des Militärs hat mehr oder weniger dazu Stellung genommen und dargelegt, wieso das Militär in der Region eine Operation durchführt, nämlich um den Erzfeind des Militärs, die NPA, zu bekämpfen. Auf die Bedrohungen der Indigenen durch das Militär ist der Militärsprecher aber trotz mehrfacher Nachfrage nicht richtig eingegangen. In seinem Vortrag ging es natürlich nur um das, was das Militär an „Gutem“ geleistet hat. Von freundlichen Gesprächen und medizinischen Hilfsaktionen war die Rede – keineswegs von den vom Militär verübten Menschenrechtsverletzungen(siehe vorletzter Blogeintrag). Geendet hat der Vortrag mit dem Motto: „Amigo ta!“(„Wir sind Freunde“)

Geeinigt hat man sich nach weiteren Diskussionen und Vorträgen darauf, dass das Militär aus der Region mit sofortiger Wirkung abgezogen wird und die Indigenen sobald das Militär aus der Region abgezogen ist, zurück in ihr Dorf kehren können.

Der Bürgermeister von Davao hat zugesagt, für den Transport zu sorgen und der zuständige Gouverneur hat sich um die nötige Verpflegung gekümmert. Der ganze Dialog war ein bisschen „Friede, Freude, Eierkuchen…“, auch wenn das Militär teilweise von den Nicht Regierungs Organisationen stark kritisiert wurde.

Als wir das Hotel, in dem die Gesprächsrunde stattgefunden hat, verlassen haben, saßen bereits seit mehr als vier Stunden etwa 75 Mitglieder des Stammes auf der Straße, um für ihre Rechte zu demonstrieren. Zurückgefahren sind wir gemeinsam stehend in einem  Lieferwagen.

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